Eine
Austreibung bezeichnet die Entfernung von
Dämonen, Geistern oder negativen Kräften aus dem Körper eines betroffenen Menschen, Tieres oder Ortes. Besteht der Verdacht, dass jemand von einem Dämon beeinflusst wird, so kann es sein, dass dessen eigener Wille oder Identität teilweise oder vollständig unterdrückt wird. In solchen Fällen benötigt die Person Unterstützung. Schon in der vorchristlichen Antike war das Phänomen der
Besessenheit bekannt, und es wurden spezielle
Rituale entwickelt, um diese zu behandeln.
Dementsprechend alt und weitreichend ist auch das Wissen über diese Praxis. Ob im alten Orient, im Judentum oder im Islam - solche Rituale gab es in allen Kulturen. Als faszinierender Teilbereich ranken sich zahlreiche Mythen und Gerüchte um diese religiöse Handlung. Selbst die katholische Kirche erkennt das Phänomen der Besessenheit an und führt bis heute Austreibungen durch.
Wer darf austreiben?
Als religiöses Ritual muss eine
Austreibung von einer dazu berechtigten und erfahrenen Person durchgeführt werden. Diese Person sollte sich im Vorfeld mit Fachleuten austauschen, um auszuschliessen, dass eine andere Ursache vorliegt. Der Ritualleiter selbst wird die betroffene Person sorgfältig durchleuchten und beurteilen, ob die Voraussetzungen für eine Austreibung gegeben sind. Falls dies der Fall ist, wird das Ritual nach einem strikten Ablauf durchgeführt. Dieser umfasst:
- Besprengung mit Weihwasser
- Wortgottesdienst
- Litanei
- Psalmen
- Evangelium
- Symbolhandlung
- Handauflegung
- Glaubensbekenntnis
- Zeigen des Kreuzes
- Deprekativer
Exorzismus- (optional: Imprekativer Exorzismus)
- Abschluss
- Danklied
- Gebet
- Segen
Personen, die solche Rituale durchführen, müssen sich ihr Wissen selbst aneignen, da es keine formale Ausbildung gibt. Der Vatikan stellt jedoch einen Leitfaden bereit, der den Ablauf und die Regeln definiert.
Erkennen einer Besessenheit
Das Erkennen einer
Besessenheit ist oft schwierig und stark vom kulturellen Hintergrund abhängig. Unterschiedliche Gesellschaften setzen hierbei verschiedene Massstäbe. In manchen indigenen Völkern werden Geister als positiv angesehen und bewusst eingeladen, um spirituelle Energie oder Weisheit zu gewinnen. In den meisten Kulturen hingegen gelten Geister und Dämonen als Bedrohung und werden durch Feuer, Musik, Opfergaben, Gesang oder Gebete vertrieben.
Ein häufig genanntes Indiz für Besessenheit ist die Abneigung gegenüber religiösen Symbolen, insbesondere christlichen. Weitere Hinweise können plötzliche übermenschliche Kräfte, das unvorhersehbare Beherrschen fremder Sprachen oder unerklärliche Stimmungsschwankungen sein. Auch ungewöhnliche oder übernatürlich wirkende Phänomene werden als mögliche Zeichen angesehen.
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