Hexen und
Hexenmeister wurden schon seit frühester Zeit verfolgt. Ihre besonderen Fähigkeiten und ihr Wissen über die Natur und magische Praktiken führten oft zu Misstrauen und Unsicherheiten, was dazu führte, dass sie verhaftet, gefoltert und bestraft wurden. Nicht selten kam es auch zu Hinrichtungen. Der Glaube, dass Hexen und Hexenmeister mit dem Teufel im Bunde stehen könnten, führte dazu, dass bereits im Mittelalter massenhafte Verfolgungen stattfanden. Die verstärkte Hexenjagd dieser Zeit hing eng mit dem verbreiteten Umgang und Glauben an magische Praktiken zusammen. Volkstümliche Zaubereitraditionen wurden als Pakt mit dem Teufel interpretiert und lösten in der Bevölkerung Schrecken und Panik aus. Auch Missernten, Epidemien und Katastrophen wurden mit den vermeintlichen Fähigkeiten von Hexen in Verbindung gebracht.
Hexenverfolgung in der heutigen Zeit.
Auch heute noch gibt es in vielen Ländern Hexenverfolgungen, bei denen Menschen gejagt, gefoltert und sogar getötet werden. Dies betrifft vor allem weite Teile Afrikas, wo Bildungsangebote oft fehlen und Praktiken wie
Voodoo-Zauber Teil des Alltags sind. Der Glaube an übernatürliche Kräfte, der seit Jahrtausenden besteht, ist in diesen Regionen tief verwurzelt und hat sich kaum verändert. Ohne Zugang zu Bildung und naturwissenschaftlichen Erklärungen verbreiten sich alternative Deutungen von Ereignissen, die oft zu gefährlichen Konsequenzen führen.
Auch in Südostasien und Südamerika existieren moderne Formen der
Hexenverfolgung. Besonders Frauen sind dort Ziel von Gewalt und Ermordungen, weil ihnen magische Fähigkeiten zugeschrieben werden. Es reicht oft aus, dass sie durch traditionelle Praktiken oder psychologische Effekte anderen Menschen scheinbar geholfen haben. Solche Erfolge werden als Wunder gedeutet und lösen Misstrauen aus, wenn der Verdacht auf negative Einflüsse oder
Flüche aufkommt. Schätzungen zufolge wurden in den letzten 100 Jahren mehr Menschen durch Hexenjagden getötet als während der historischen Hexenverfolgungen in Europa zur Zeit der Renaissance und des Barock.
Die Zahlen sind erschreckend. Zwischen 1980 und heute sollen etwa 20.000 ältere Frauen in Tansania getötet worden sein. In der Demokratischen Republik Kongo wurden zehntausende Kinder zu Strassenkindern, weil ihnen Hexerei vorgeworfen wurde. Häufig richten sich solche Anschuldigungen gegen spirituelle Praktiken, die als Ursache von Todesfällen, Unfällen oder anderen Problemen gesehen werden.
Europäische Hexenverfolgung.
Noch vor wenigen Jahrhunderten führten Vorbehalte gegenüber magischen Praktiken auch in Europa zu Hexenjagden. Vor allem in Deutschland, Frankreich, Norditalien und der Schweiz sowie in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden waren diese verbreitet. Zigtausende Menschen wurden verhört, gefoltert und eingesperrt. Sie lebten in ständiger Furcht vor Anschuldigungen und gesellschaftlicher Ächtung. Besonders betroffen waren arme und ältere Frauen, die traditionelles Wissen über Kräuter besassen und diese für die Unterstützung des Wohlbefindens nutzten. Scheiterte ein solcher Versuch, wurden sie schnell der Hexerei bezichtigt.
Aus heutiger Sicht wird die Schaffung der Inquisition als bedeutender Faktor für die
Hexenverfolgung angesehen. Diese wurde im 13. Jahrhundert von der römisch-katholischen Kirche eingerichtet, um religiöse Abweichungen zu bekämpfen. Oft erfolgten Anklagen wegen Hexerei ohne stichhaltige Beweise. Ziel war meist ein Schuldeingeständnis, das häufig durch Folter erzwungen wurde. Rund 75 bis 80 Prozent der Opfer der europäischen Hexenverfolgung waren Frauen, was den geschlechtsspezifischen Vorstellungen von Hexerei in Mitteleuropa entsprach. In Nordeuropa jedoch richtete sich die Verfolgung öfter gegen Männer.
Wie stellte man fest, ob jemand eine Hexe war?
Bei Verdacht auf Hexerei wurden unterschiedliche Methoden angewandt, um diese zu "überprüfen". Eine davon war die sogenannte Wasserprobe. Die beschuldigte Person wurde gefesselt und ins Wasser gelassen. Wenn sie sank, galt sie als unschuldig und wurde gerettet. Wenn sie jedoch oben trieb, wurde dies als Beweis für Hexerei angesehen, was oft zur Hinrichtung führte. Auch das Wiegen der Person war eine Methode. Es wurde angenommen, dass Hexen aussergewöhnlich leicht seien, was als weiteres Indiz galt.
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